Theologie der Evangelisation

Eine Theologie der Evangelisation hat Martin Werth im Aussaat-Verlag vorgelegt (ISBN3-7887-2054-9). Es ist ein engagiertes und lesenswertes Plädoyer für eine theologisch verantwortete Evangelisation.Werth fasst den Ertrag seiner Arbeit abschließend in 24 Thesen zusammen, die im Buch jeweils noch kurz erläutert werden. Sie geben einen Überblick und sollen im Folgenden kurz wiedergegeben werden:

1. Die Evangelisation in Deutschland leidet unter einem Theoriedefizit, das es zu überwinden gilt.
2. Auch die westliche Welt ist als Missions- bzw. Evangelisationsgebiet wahrzunehmen.
3. Missionswissenschaftliche Erkenntnisse sind konsequent auch auf die Situation in Deutschlandanzuwenden.
4. Evangelisation und Mission sind als synonyme Begriffe anzunehmen.
5. Subjekt der Evangelisation ist der dreieinige Gott.
6. Im Zentrum der Evangelisation steht die Verkündigung von Jesus Christus.
7. Der „Erfolg“ der Evangelisation liegt in der den Menschen nicht verfügbaren Freiheit Gottes.
8. Es ist die besondere Würde und Berufung der Kirche an der missio Dei in der Evangelisationteilzuhaben.
9. Die Kirche in der Gestalt der „Volkskirche“ dispensiert sie nicht von ihrer Beauftragung zurEvangelisation.
10. Evangelisation ist „Sache der Gemeinde“.
11. Um ihren evangelistischen Auftrag wahrnehmen zu können, bedarf die Gemeinde/Kirche derSelbstevangelisierung.
12. Die Distanz vieler Kirchenmitglieder zur Gemeinde bedeutet eine Herausforderung für dieEvangelisation der Gemeinde.
13. Evangelisation muss in ökumenischer Partnerschaft geschehen.
14. Bekehrung darf in der Kirche kein Fremdwort bleiben.
15. Evangelisation dient dem Gemeindewachstum.
16. Die Inkulturation des Evangeliums im sog. „christlichen“ Abendland ist zu überprüfen.
17. Das Evangelium muss kontextualisiert werden.
18. Die Evangelisation geht vom Gottesdienst aus.
19. Evangelisation nimmt einen Bildungsauftrag wahr.20. Evangelisation muss ganzheitlich erfolgen.
21. Evangelisation fordert und fördert die Laien.
22. Evangelisation erwartet die Förderung durch das Pfarramt.
23. Evangelisten sind berufene Diener Christi und der Gemeinde.
24. Das „Ärgernis der Evangelisation“ (E. Winkler) ist auszuhalten.